Lawinenhunde – die wahren Helden am Berg

01.02.2017

Tagesanzeiger-Blog, 1. Februar 2017 von Natascha Knecht (Fotos: Rega)
 
Retter auf vier Pfoten: Bis ein Lawinenhund für die Suche von verschütteten Personen eingesetzt werden kann, braucht er mehrere Jahre Ausbildung.

Sie suchen, wittern, erschnüffeln: Wenn eine Lawine Personen verschüttet, gehören ausgebildete Hunde zu den wichtigsten Suchhilfen der Alpinen Rettung Schweiz (ARS). «Ihre Spürnasen sind im Schnee und in unwegsamem Gelände Gold wert», sagt Marcel Meier, Fachleiter Hunde der ARS. «Bei der Rettung zählt jede Minute.» Denn schon nach einer Viertelstunde sinkt die Überlebenschance für Ganzverschüttete drastisch. Zudem sind nach wie vor nicht alle Verschütteten mit einem Lawinenpiepser ausgerüstet, können also nicht mit technischen Mitteln geortet werden. Umso wichtiger ist die Kompetenz der Hunde. Damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen, üben die Rettungskräfte von Rega und ARS regelmässig gemeinsam. Im Januar führte die ARS im Skigebiet Andermatt UR während je fünf Tagen zwei Lawinenhundekurse mit insgesamt 74 Vierbeinern und ebenso vielen Fachspezialisten aus der ganzen Schweiz durch. Unterhalb des Gemsstocks spielten die Bergretter bei minus 10 Grad unterschiedliche Szenarien durch.

14 neue Brevets

Teil der Ausbildung ist auch die Zusammenarbeit mit den Einsatz-Teams der Rega. Zu diesem Zweck instruiert eine Rega-Crew die auszubildenden Hundeführer, wie sie sich bei einer Helikopterlandung korrekt verhalten. Sie üben mit den Lawinenhunden das Ein- und Aussteigen und gewöhnen die «Retter auf vier Pfoten» an den Mitflug. Die Ausbildung eines Rettungshundes ist zeitlich aufwendig und wird am Ende mit einer Prüfung abgeschlossen. Bis der Vierbeiner «Einsatzfähigkeit» erlangt, dauert es mehrere Jahre. Nach den beiden Ausbildungswochen in Andermatt konnten 14 neue Hundeführer ihr Brevet als «Fachspezialist Hund LW» in Empfang nehmen.

Speziell erwähnenswert: Die Alpine Rettung Schweiz zählt 3000 Retterinnen und Retter, die jährlich Hunderte von Ausbildungsstunden absolvieren – im Ehrenamt. Darunter rund 150 Fachspezialisten mit ihren Rettungshunden. Die ARS leistet terrestrische (bodengebundene) Einsätze für in Not geratene und hilfsbedürftige Menschen im alpinen, voralpinen und schwer zugänglichen Gelände. Sie ist eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung, getragen durch die Rega und den Schweizer Alpen-Club SAC.

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Bergretter Nr. 36

Jahresbericht 2016