Zwischen Leben und Tod liegen 20 Minuten

14.03.2017

– Wenn Menschen von Lawinen erfasst werden, drängt die Zeit: Oft machen Lawinenhunde den Unterschied, ob Opfer überleben oder nicht.

  • 2017 starben bereits sieben Menschen in einer Lawine.
  • 120 Lawinensuchhunde sind derzeit in der Schweiz im Einsatz.
  • Die feinen Spürnasen können Leben retten, denn unter der Schneedecke wird die Luft spätestens nach 20 Minuten knapp.


Starke Schneefälle und Wind haben in den letzten Wochen die Lawinengefahr erhöht. Seit Jahresbeginn sind in den Schweizer Alpen schon sieben Personen in einer Lawine gestorben.

Für Verschüttete zählt jede Minute. Wer ganz in den Schneemassen liegt, ist wie einbetoniert und kann sich kaum noch bewegen. Viele Betroffene sind verletzt, haben Knochenbrüche oder Kopfverletzungen. Hinzu kommt der Sauerstoffmangel. Wer geistesgegenwärtig ist, hält sich die Hände vor das Gesicht, wenn die Lawine kommt, um eine Atemhöhle zu schaffen. Doch schon nach 15 bis 20 Minuten wird der Sauerstoff unter dem Schnee knapp. Ein Problem ist auch der CO2-Ausstoss aus der Atemluft.

Unverzichtbar: Lawinensuchhunde
Im Idealfall läuft sofort die Suche und Bergung von Lawinenopfern parallel auf vielen Ebenen: Die Suche wird innert Minuten von der Rega-Zentrale aus lanciert. Sie ruft medizinische Helfer, Alpine Retter und Lawinen-Suchhunde und deren Herrchen und Frauchen zusammen. Die Retter versuchen auch sofort, Signale von Lawinen-Verschütteten-Geräten zu orten, doch das gelingt nicht immer. Nach der Bergung ist Notfallhilfe zu leisten: Dazu zählen Reanimationen und der Schutz vor lebensgefährlicher Unterkühlung, wenn die Opfer nicht mehr unter dem Schnee liegen.

Unverzichtbar sind für die Rettungsteams die vierbeinigen Kollegen – die speziell ausgebildeten Lawinensuchhunde. Mir ihrer sensiblen Nase wittern sie menschliche Körperausdünstungen, die durch den Schnee dringen. Das macht sie unschlagbar bei der Suche. Zudem sind die Hunde dafür geschult, sofort im Schnee zu graben, wenn sie einen Verschütteten geortet haben.
Nach einer Stunde ist Schluss

Lange halten die Hunde den Einsatz aber nicht durch: Die Suche ist sehr anstrengend für sie, spätestens nach einer Stunde sind sie erschöpft. Derzeit verfügt die Alpine Rettung Schweiz über rund 120 ausgebildete Lawinenhunde, vor allem Labradore.

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Bergretter Nr. 35