Der Jahresbericht

Kurz und umfassend informiert der Jahresbericht über Rettungseinsätze und Beteiligte sowie die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen. Ganz bewusst wird dabei auf Interpretationen von Unfallmustern und das Veröffentlichen von Aussagen mit präventivem Charakter verzichtet. Denn die Alpine Rettung Schweiz leistet ihre Einsätze unabhängig davon, weshalb jemand in eine Notlage geraten ist – ganz nach der Devise «retten, nicht richten».

 

Jahresbericht 2020

EDITORIAL

Auch im Shutdown einsatzbereit

2020 war ein Jahr der Unsicherheit, des Werweissens und teilweise sogar der Ratlosigkeit. Das hat unsere Aktivitäten stark beeinflusst. Doch unsere Rettungsstationen und Fachspezialisten blieben auch unter diesen Bedingungen handlungsfähig. Sie leisteten 999 Einsätze, mehr als je zuvor. Der bisherige Rekord von 2018 wurde um mehr als hundert Einsätze übertroffen.

Das wirft Fragen auf: Gingen im Coronajahr 2020 zusätzliche und vielleicht unerfahrenere Personen in die Berge? Oder wird die Rettung einfach ungenierter aufgeboten? Die Bergnotfallstatistik des SAC wird Antworten liefern. Die statistische Erfassung von Unfällen ist für die Prävention und für die Optimierung unserer Dispositive von grosser Bedeutung.

Erfreulicherweise konnten die vielen Einsätze ohne grössere Unfälle in den Reihen der ARS und ihrer Partnerorganisationen bewältigt werden. Ein Beleg dafür, dass die Rettungsleute gerüstet sind für ihre anspruchsvolle Tätigkeit – dank seriöser Ausbildung, moderner Ausrüstung und professioneller Arbeit. Die Pandemie schränkte allerdings die Ausbildung stark ein. Kurzfristig ist das zu verkraften. Die nötigen Erfahrungen und Kompetenzen sind vorhanden. Mittelfristig müssen wir jedoch Lösungen finden, um die Fitness unserer Einsatzkräfte auf dem erforderlichen Niveau zu halten, auch wenn der traditionelle Ausbildungsbetrieb eingeschränkt ist oder ruht. Dies erfordert Offenheit für Neues, Flexibilität und Vertrauen in unsere Organisation.

Wir verfolgen hartnäckig und beharrlich das Ziel, bis in den letzten Winkel der Berge mit einer Freiwilligenorganisation präsent zu sein. Das hat sich im Coronajahr besonders ausbezahlt: sowohl im Frühling, als während des Shutdowns die Mobilität eingeschränkt war, als auch im Herbst, als in den Kantonen stark unterschiedliche Regelungen galten. Wir arbeiten weiter an der Vernetzung mit den lokalen Behörden und den Blaulichtorganisation, um die Rettung noch besser zu machen.

Trotz schwierigen Umständen wurden in unserer Organisation auch letztes Jahr Prozesse weiterentwickelt und die Digitalisierung vorangetrieben. Zusammen mit den Stifterorganisationen, den Kantonen, Partnerorganisationen und Lieferanten wurden Projekte und Investitionen neu priorisiert. Primär im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie wollen wir sowohl landesweiten als auch regionalen Bedürfnissen gerecht werden können. Das wird administrative Erleichterungen bringen, unsere föderalen Strukturen stärken und den Handlungsspielraum vor Ort erhalten. Als oberstes Aufsichtsgremium begleitet der breit abgestützte Stiftungsrat diese Entwicklungen und unterstützt die Geschäftsleitung bei Bedarf.

Ich danke euch allen für den grossen Einsatz und für euer künftiges Engagement für die Alpine Rettung Schweiz.


Franz Stämpfli
Präsident des Stiftungsrats

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