Der Jahresbericht

Kurz und umfassend informiert der Jahresbericht über Rettungseinsätze und Beteiligte sowie die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen. Ganz bewusst wird dabei auf Interpretationen von Unfallmustern und das Veröffentlichen von Aussagen mit präventivem Charakter verzichtet. Denn die Alpine Rettung Schweiz leistet ihre Einsätze unabhängig davon, weshalb jemand in eine Notlage geraten ist – ganz nach der Devise «retten, nicht richten».

ARS Jahresbericht 2018

EDITORIAL

Hartnäckig für eine solidarische Politik

Viele Menschen aus dem In- und Ausland haben im vergangenen Jahrhundertsommer in der Schweizer Bergwelt Kühle und Frische gesucht. Das hat zu einem Einsatzrekord von 861 Einsätzen der ARS geführt. Unsere Rettungskräfte haben ihre beruflichen und privaten Tätigkeiten freiwillig ausgesetzt und ihre physischen und technischen Fähigkeiten notleidenden Menschen zugutekommen lassen. Für uns ist dies der glasklare Beweis, dass eine Milizorganisation mit freiwilligen Laienretterinnen und -rettern in der Lage ist, steigende Einsatzzahlen zu bewältigen. Umso befremdender ist es, dass sich nach dem Kanton Aargau auch der Regierungsrat des Kantons Neuenburg entschieden hat, sein Rettungswesen über die Gebäudeversicherung und die Feuerwehr zu organisieren und auf die Solidaritätsbeiträge für die Bergrettung zu verzichten.

Dies obwohl unsere Rettungsstation Vue des Alpes weiterhin Einsätze leistet und Neuenburgerinnen und Neuenburger von unseren Hilfeleistungen in der ganzen Schweiz profitieren. Die Geschäftsleitung und der Stiftungsrat der ARS werden weiter versuchen, die Kantone Aargau und Neuenburg mit hartnäckigen Wiedererwägungsgesuchen und überzeugungsarbeit für eine solidarische Politik zu gewinnen. Auf dem Spiel steht auch die Glaubwürdigkeit der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD). Das sicherheitspolitische Gremium der Kantone hat seinen Mitgliedern 1996 empfohlen, pro Kantonseinwohner 4 Rappen für die Bergrettung zu entrichten. Zum Glück gibt es diesbezüglich auch Erfreuliches zu vermelden: Es ist der ARS zusammen mit den lokalen SAC-Sektionen gelungen, den Kanton Thurgau dazu zu bewegen, diesen Betrag ab 2019 erstmals voll zu bezahlen.

In der Ostschweiz ist eine neue Luftrettungsorganisation auf den Plan getreten. Für uns ist in dieser Situation entscheidend, dass das Wohl der Patienten die Richtschnur ist. Es darf nicht sein, dass sich Luftrettungsfirmen auf dem Unfallplatz darum streiten, wer einen Patienten abtransportieren darf. Diese haarsträubende Vorstellung erinnert an Anekdoten von rivalisierenden Dorffeuerwehren, die sich nicht einig werden, wer löschen darf, und das Haus abbrennen lassen.

Das prächtige Winter- und Sommerwetter war eine wunderbare Kulisse für das 75-Jahr-Jubiläum des Lawinenhundewesens in der Schweiz: Eindrückliche Medienberichte aus dem abgeschnittenen Andermatt und gut besuchte sommerliche Veranstaltungen im Verkehrshaus Luzern werden in Erinnerung bleiben. Abgerundet wurden die Feierlichkeiten durch den Entscheid der UNESCO, den Umgang mit der Lawinengefahr als immaterielles Weltkulturerbe anzuerkennen. Im Alpinen Museum in Bern wird dazu eine empfehlenswerte Ausstellung gezeigt.

Ich danke euch allen für den grossen Einsatz und für euer künftiges Engagement für die Alpine Rettung Schweiz.

Franz Stämpfli
Präsident des Stiftungsrats

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