Der Jahresbericht

Kurz und umfassend informiert der Jahresbericht über Rettungseinsätze und Beteiligte sowie die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen. Ganz bewusst wird dabei auf Interpretationen von Unfallmustern und das Veröffentlichen von Aussagen mit präventivem Charakter verzichtet. Denn die Alpine Rettung Schweiz leistet ihre Einsätze unabhängig davon, weshalb jemand in eine Notlage geraten ist – ganz nach der Devise «retten, nicht richten».

ARS Jahresbericht 2019

EDITORIAL

Flächendeckende Präsenz als Mehrwert einer Milizorganisation

Aus alpinistischer Sicht blicken wir erneut – allen Negativmeldungen zu Klimawandel und Gletscherschwund zum Trotz – auf ein wunderbares Bergjahr 2019 zurück. Der Winter war schneereich und die Wetterlagen vom Sommer bis in den Spätherbst stabil. Solche Bedingungen sind immer mit viel Arbeit für die Alpine Rettung Schweiz verbunden. Zum zweiten Mal in Folge überschritt die Zahl der Einsätze die Grenze von 800. Dass diese ohne grössere Unfälle unserer Rettungsleute und der involvierten Partnerorganisationen bewältigt werden konnten, zeugt von seriöser Ausbildung, moderner Ausrüstung und professioneller Arbeit unserer Einsatzleiter und Einsatzkräfte.

Dass wir mit unserer Freiwilligenorganisation flächendeckend bis in den letzten Winkel der Berggebiete präsent sind, entwickelt sich immer mehr zu einem strategischen Mehrwert für die Alpine Rettung Schweiz. Die SAC-Rettungsstationen, die Fachspezialisten und Einsatzelemente von Partnern ermöglichen nicht nur eine qualitativ hochstehende Bergrettung bei Tag und bei Nacht an 365 Tagen im Jahr. Immer mehr hilft die Alpine Rettung auch mit, Lücken in der medizinischen Notfallversorgung in den Berg- und Randgebieten zu schliessen. Diese Ergänzung zu unserem Kerngeschäft wollen wir künftig weiter stärken und uns dazu mit den lokalen Behörden und Blaulichtorganisationen vernetzen.

Unsere Geschäftsleitung versteht sich in diesem Entwicklungsprozess als Dienstleistungsstelle. Sie ist bemüht, den unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnissen der Kantone, unserer Rettungsstationen und Fachspezialisten zu entsprechen. Neue Projekte und Investitionen sollen sich immer am landesweiten oder regionalen Bedarf orientieren und dienen nicht dazu, eine grosse zentrale Administration aufzubauen. Es ist nicht das Ziel, dass die Geschäftsstelle auf Kosten der Strukturen in den Bergregionen wächst. Diese dürfen auch nicht durch eine schleichende Professionalisierung geschwächt werden.

Aufgrund von Vorgaben der für das Gesundheits- und Rettungswesen zuständigen Kantone ist künftig damit zu rechnen, dass in der Qualitätssicherung das Mittel der Zertifizierung vermehrt Einzug halten wird. Wir werden uns dafür wehren, dass dies nur dort geschieht, wo es sinnvoll ist und uns stärkt. Zertifizierungserfordernisse sollen uns in keinem Fall beim Erfüllen unserer Kernaufgabe, beim Retten, behindern oder es gar verhindern. Mit einem breit und solide abgestützten Stiftungsrat als oberstem Aufsichtsgremium begleiten wir diese Entwicklungen und unterstützen die Geschäftsleitung bei Bedarf bei ihrer herausfordernden Arbeit.

Ich danke euch allen für den grossen Einsatz und für euer künftiges Engagement für die Alpine Rettung Schweiz.

Franz Stämpfli
Präsident des Stiftungsrats

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