ARG Aktuell

Jahresbericht 2017

Editorial
Das Salz in der Suppe

Salz ist ein einzigartiger Stoff, besonders im Geschmack und äusserst vielseitig in der Wirkung. Es ist das Salz, welches als wichtigste und entscheidendste Zutat in der richtigen Dosierung eine fade Suppe erheblich aufwertet und zu einem schmackhaften Erlebnis macht.

Vor 75 Jahren wurden zum ersten Mal systematisch Hunde in der Lawinenrettung eingesetzt. Die Erkenntnis, dass die treuen Begleiter ihre feinen Spürnasen auch im Schnee einsetzen können, war ein Meilenstein in der Entwicklung des Bergrettungswesens. Und auch noch nach sieben Jahrzehnten kann trotz einem beachtlichen, technologischen Fortschritt bei Einsatzmitteln und Sicherheitsausrüstung nicht auf die wertvolle Unterstützung der Vierbeiner verzichtet werden. Mit der Förderung des Hundewesens wurde der Bergrettungssuppe sprichwörtlich das Salz beigefügt. Das Süppchen wurde plötzlich schmackhaft und führte zu einer wesentlichen Steigerung der Effizienz und der Zuverlässigkeit der Einsatzmittel im Ernstfall.

Stetige Innovation hat seit jeher die Entwicklung der Bergrettung begleitet und vorangebracht. Waren es einmal die Lawinenhunde mit ihren feinen Spürnasen, so waren es ein andermal die waghalsigen Flüge der ersten Rettungshelikopter oder die Entwicklung des LVS, welche die Rettungstechniken und die Erfolge bei der Bergung von verunfallten Personen massgeblich beeinflussten. Mit jeder Weiterentwicklung wurde das gewisse Etwas der Rettungssuppe beigemengt und diese verfeinert.

Der nächste Schritt im technologischen Wandel erwartet uns in der Drohnentechnik. Drohnen gibt es heute für fast jede erdenkliche Anwendung und gemäss Prospekt können sie bereits auch schon alles. Doch ob sie für Rettungszwecke wirklich etwas taugen und zudem überhaupt einen unverzichtbaren Nutzen bringen, wird sich erst noch weisen müssen. Die Anforderungen im Gebirge in Kombination mit oft schwieriger Witterung, der dünnen Luft und den anspruchsvollen Windverhältnissen erfordern ausgefeilte Technik, die vielleicht erst noch entwickelt werden muss. Der Zeitpunkt der Einführung solch neuer Technologien ist nicht wichtig. Massgebend ist eher, dass die ARS bei der Entwicklung neuer Möglichkeiten von Anfang an dabei ist und eigene Erfahrungen und Wünsche einfliessen lassen kann.

Die Strategie der ARS mit der Ausweitung der Fachkompetenzen im Bereich Drohnenunterstützung ist richtig und wichtig. Die Drohnentechnik hat mutmassliches Potenzial und dieses gilt es im Sinne des Innovationsgeistes auszuloten. Vielleicht ist es genau diejenige Prise Salz, welche die Suppe in Zukunft noch schmackhafter munden lässt.

Chasper Alexander Felix
Präsident ARG


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Eine lange Erfolgsgeschichte

Die Lawinenhundegruppe der SAC-Sektion Piz Platta. Bestehend aus (von rechts): Johannes Bernhart (Gruppenchef) mit Zibo, Michel Ebnöther mit Hunter, Gion Patzen mit Jet, Claudia Kunfermann mit Ayk, Martina Rüegg mit Nairin, Jürg Battaglia mit Jelko, Sarah Pfenninger mit Lennox und Nadia Scarpatetti mit Filou.
Bild Pius Furger


Vor 75 Jahren erfolgte der Startschuss für die Ausbildung von Lawinenhundeteams

pöschtli – Vor 75 Jahren erfolgte der Startschuss für die Ausbildung von Lawinenhundeteams, 18.1.2018 von Pius Furger

Das Schneeloch, in dem der Figurant ausharren muss, ist kalt und beklemmend. Doch schon bald ist ein scharrendes Geräusch zu vernehmen. Schliesslich bricht eine feuchte Hundenase durch die Schneedecke und erlöst den Eingeschlossenen aus seinem dunklen Verlies. «Dieser Akt ist Teil eines Vier-Phasen-Systems, an dem sich die Schulung von Lawinenhunden orientiert», sagt Johannes Bernhart, Chef der Lawinenhundegruppe der Sektion Piz Platta des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). «Die angehenden Lawinenhunde werden Schritt für Schritt an ihre Aufgabe herangeführt, wobei nicht militärischer Drill, sondern spielerische Übungen im Zentrum stehen.» Acht Lawinenhundeteams haben sich kürzlich bei Schneetreiben am Fusse des Stätzerhorns zur ersten von neun Übungen eingefunden, die im laufenden Winter in ihrem Sektionsgebiet zwischen Domleschg, Schams, Rheinwald, Avers und Surses stattfinden.
Landesweit zählt man heute rund 150 Lawinenhundeteams. Sie alle betreiben einen grossen Aufwand, um letztlich den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen, wenn es darum geht, Verschüttete lebendig aus einer Lawine zu bergen.

Wer kennt ihn nicht, den Mythos von Barry, dem heldenhaften Bernhardinerhund mit umgebundenem Rumfässchen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts soll er auf dem Grossen St. Bernhard das Leben von über 40 Reisenden und Pilgern gerettet haben, die von Lawinen verschüttet worden sind. Gemäss Überlieferung half Barry zwar mit, verschüttete Passgänger zu orten, eine systematische Suchausbildung betrieben die Mönche jedoch nicht.

Während des Ersten Weltkriegs wurden erstmals Sanitätshunde zum lautlosen Auffinden von Verletzten ausgebildet. Zur effektiven Schulung von Lawinenhunden kam es nachweislich erst während des Zweiten Weltkrieges, als zahlreiche Wehrmänner im strategisch wichtigen Alpenraum Aktivdienst leisteten. General Guisan betraute im Jahr 1943 den renommierten Kynologen Ferdinand Schmutz mit der Ausbildung von Lawinenhunden. Dies war dann auch die eigentliche Geburtsstunde des Lawinenhundewesens, da erstmals die Schulung von Mann und Hund als Einheit im Zentrum stand.
Nach Kriegsende übertrug die Armee das Lawinenhundewesen dem SAC. Anfangs kam es jedoch nur selten zu Lebendbergungen. Zu viel Zeit verstrich zwischen der Alarmierung und dem Auffinden der Verschütteten, da man in der Regel aus dem Tal zu Fuss zum Unfallplatz aufsteigen musste. Zur gewünschten Effizienzsteigerung kam es erst, als in den Fünfzigerjahren das Zeitalter der Flugrettung eingeläutet wurde. Die Rettungsflugwacht (Rega) liess anfangs in England Fallschirmspringer ausbilden. Als «wahre Helden am Berg» wurden diese Retter und ihre Vierbeiner bezeichnet, die tollkühn aus Propellerflugzeugen sprangen, um rascher am Einsatzort zu sein. Doch die Zukunft gehörte dem Helikopter. Während man in den Anfängen noch einen Ballonkorb unter dem Hubschrauber befestigte, um Retter und Gerettete transportieren zu können, waren die Fluggeräte bald so konzipiert, dass die Hunde in der Kabine mitfliegen konnten.

Seit 2006 ist ausschliesslich die Alpine Rettung Schweiz (ARS), eine aus dem SAC und der Rega hervorgegangene Stiftung, landesweit für die Bergrettung und somit auch für das Lawinenhundewesen zuständig. Bereits die Aufnahmebedingungen für angehende Lawinenhundeführer sind anspruchsvoll. Von den Kandidierenden, die nicht älter als 45 Jahre alt sein dürfen, wird erwartet, dass sie aktive Skitourenfahrer und Mitglied einer Rettungsstation sind sowie über medizinische Grundkenntnisse verfügen. Der Hund darf nicht jünger als ein Jahr und nicht älter als vier Jahre sein. Wer diesem Anforderungsprofil entspricht, kann sich für den Eintrittstest anmelden. Dieser besteht aus einem praktischen Teil, bei dem neben der Suche mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS) die kynologische Unterordnung (Leinenführigkeit, Gehorsam etc.) geprüft wird. Der theoretische Teil beinhaltet Fragen zu den Themen Orientierung, Verschütteten-Suchgerät, Sondieren und Erste Hilfe.

In den ersten eineinhalb Jahren nach bestandenem Eintrittstest haben die Kandidierenden dann eine gestaffelte, 18-tägige modulare Ausbildung zu durchlaufen und müssen an verschiedenen Übungen teilnehmen. Erst nach bestandener Ausbildung wird das Hundeteam einsatzfähig und kann zu Ernstfallereignissen aufgeboten werden.

Lawinenhunde sind auch aus der Hightech-Bergrettung des 21. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Nach wie vor erfüllen sie eine wichtige Aufgabe, vor allem dann, wenn Schneesportler kein elektronisches Verschütteten-Suchgerät auf sich tragen. So konnte beispielsweise am 31. Dezember eine verschüttete Schneeschuhläuferin, die sich im Aufstieg zur Maighels-Hütte am Oberalppass befand, von einem Lawinenhund geortet und lebend aus den Schneemassen befreit werden. Allerdings kommt der eher schwerfällige Bernhardiner heute nicht mehr zum Einsatz. Nicht zuletzt deshalb, weil die Rassenhunde seit Barry aus Gründen der Zuchtauslese immer grösser und schwerer geworden sind. Heute werdenmittelgrosse Hunde bevorzugt, die im tiefen Schnee und auf dem Lawinenfeld keine Schwierigkeiten haben, sich fortzubewegen und die auch problemlos mit demHelikopter transportiert werden können. Und wie ist es nun um das Schnapsfässchen bestellt, das Barry und seine Artgenossen anno dazumal um den Hals getragen haben? Angeblich soll Hochprozentiges darin gewesen sein, um die Lebensgeister unterkühlter Verschütteter nach deren Bergung zu erwecken.
Heute weiss man natürlich, dass Alkohol nur dem subjektiven Gefühl nach wärmt. Zudem kann im Normalfall den Geborgenen ohnehin kein Getränk verabreicht werden, da diese meist bewusstlos sind. Wie dem auch sei: Alleine die Vorstellung, dass man kurz vor dem drohenden Lawinentod von einem Bernhardiner wachgestupst und mit einem Schluck gebrannten Wassers versorgt wird, hat etwas Tröstliches an sich.

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Acziun da salvament dal CAS, la Rega e las pendicularas Scuol

RTR Telesguard, Gievgia, 9.11.2017, Gion Gieri Flepp / Armon Schlegel / Georg Luzzi

Ils alpinists dal Club alpin svizzer han trenà ensemen cun la Rega l'evacuaziun da la pendiculara.

La Rega, ils spezialists da la colonna da salvament e collavuraturs da las Pendicularas Scuol Motta Naluns han exercità l’evacuaziun da persunas ord las cabinas da la pendiculara.
Durant radund tschintg uras han differents pilots da la Rega ma era da la Helibernina fatg quest trenament en stretga collavuraziun cun spezialists. La communicaziun tranter il pilot, il spezialist vid la suga ma era il persunal che sa chatta sin il fund è fundamentala per che tut funcziuna senza incaps.
Suenter mintga exercizi vegnan analisadas las evacuaziuns en furma d’in discurs cuminaivel. Ils responsabels èn fitg cuntents culla lavur prestada.

Exercitar per il cas serius
I capita darar che las cabinas da la pendiculara stattan propi salda durant pliras uras, la tecnica moderna da las pendicularas d’ozendi è drizzada en per tals cas. Suenter trais uras e mesa ston ils passagiers esser evacuads, quai pretenda la lescha

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Eingespielte Rettungsteams auf sechs Beinen

novitats, lokalzeitung für alvaneu, alvaschein, brienz/brinzauls, churwalden, lantsch/lenz, lenzerheide, malix, mon, parpan, schmitten, stierva, surava, tiefencastel, valbella, vaz/obervaz, 27.10.2017 von Nicole Trucksess

Die Arbeit mit Rettungshunden ist unverzichtbar. Vor dem Einsatz der vierbeinigen Lebensretter steht eine intensive Ausbildung auf dem Programm.

nic. Wer denkt bei Rettungshunden nicht gleich an Barry, den Bernhardiner mit dem Rumfässchen um den Hals, der Verschüttete aus Schneemassen rettete? Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Ausbildung von Rettungshunden ist zeitintensiv und nicht für jeden geeignet. Die «Novitats » hat bei einer Nachtübung der Alpinen Rettung Graubünden über die Schulter geschaut.

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Spindrau e gidau biars

La Quotidiana, 9.6.2017 von (nr /sr)

Uonn festivescha la Colonna d'agid Sedrun-Tujetsch il giubileum da 50 onns existenza. Cun quella caschun envida ella sonda, ils 10 da zercladur alla fiasta da giubileum cun plaids festivs, apero e differentas activitads a Milez.

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SAC-Sektionen Piz Platta und Rätia: Suchaktionen sind eine Herausforderung

Poeschtli, 10.5.2017 von Pius Furger

Am vergangenen Samstag haben die Sektionen Piz Platta und Rätia des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) erstmals einen sektionsübergreifenden Rettungskurs durchgeführt. Die Einsatzübung erfolgte in Form einer gross angelegten Suchaktion im Raum Feldis und Domat/Ems – im Grenzgebiet der beiden Sektionen.

Die Einsatzstatistik der Alpinen Rettung Graubünden (ARG) spricht eine deutliche Sprache: Im Jahr 2016 betrafen rund 60 Prozent der Einsätze Evakuierungs- oder Suchaktionen. Grund genug also für die beiden SAC-Sektionen Piz Platta (Raum Mittelbünden) und Rätia (Raum Chur), im Rahmen ihrer Sommerrettungskurse eine entsprechende Einsatzübung durchzuführen.

Realitätsnahe Übungsanlage

Das von den drei übungsleitern Rudolf Berni (Sektion Piz Platta), Ernst Gabriel (Sektion Rätia) und Manuel Barandun (Geländesuchhunde-Teams) verfasste Drehbuch für die Einsatzübung lautete wie folgt: Ein Mann beabsichtigte, eine Mountainbiketour von Rothenbrunnen nach Feldis zu unternehmen, um dann von dort nach Domat/Ems abzufahren. Als er am Abend nicht zu Hause eintraf, schlug seine Frau Alarm. Noch in der Nacht fuhr eine Polizeipatrouille die Strecken zwischen Rothenbrunnen und Feldis ab und kontaktierte verschiedene Gaststätten. Es ergaben sich jedoch keine konkreten Anhaltspunkte über den Verbleib des Vermissten.

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Dus donnas e dus tgangs spezials

La Quotidiana, 16.3.2017 da PEDER ANTONA BALTERMIA

En impurtant pensum digl Club Alpin Svizzer (CAS) e er igl spindramaint alpin. Er part da chel en igls tgangs da lavegnas. An la regiun da Surmeir dattigl dus donnas tgi en vedlonder da far la scolaziun cun tgangs da lavegnas.

Igl spindramaint alpin digl CAS sottamess directamaintg alla Rega. Chegl er muteivs practics. Pertge tgang e patrung vignan per sollt purtos directamaintg dalla Rega tar igl d'accident. Ed er igl alarm vo dalla Rega directamaintg tigls possessours da tgangs da lavegnas. Mintgign ö sen sasez en pager ed an cass d'alarm so el s'annunztgier tar la centrala, schinavant scu el so esser pront an terma da maximal 20 minutas.

Digl reminent vign er la scolaziun digls tgangs da lavegnas e lour patrungs finanztgeida sur la Rega. Ed er l'indemnisaziun digls possessours per lour prontadad e lour angaschamaint.

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Aktuell

Zwei eingespielte Teams, wenn es um die Suche im Gelände geht: Reto Wegmüller mit Nairo und Ralf Bläsi mit Kiri gehören
der Alpinen Rettung Schweiz, Regionalverein Graubünden, an.

Übungs- und Einsatzleiter beider Sektionen versammeln sich nach der Suchaktion auf dem Maiensäss Tuals
(von rechts): Manuel Barandun, Ernst Gabriel, Rudolf Berni, Dorian Gaar, Pius Schwarz, Ralph Rosenberger
und Werner Belz.

1) Trenar pel cas serius (Video RTR)

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