ARZ Aktuell

SAC Gotthard erhält mehr Lagerfläche

Urner Zeitung, 19.12.2017 von Urs Hanhart

Die Rega stellt dem SAC Gotthard ein neu gebautes Materialdepot zur Verfügung. Die Platznot wird damit behoben. Gelagert werden dort künftig empfindliche Gerätschaften, die vor Feuchtigkeit und Kälte geschützt werden müssen.

Auf dem Areal der Rega-Basis in Erstfeld überreichte Roger Surer, Leiter Infrastruktur Basen, gestern Vormittag bei starkem Schneefall dem Präsidenten der SAC Sektion Gotthard, Jürgen Strauss, einen Schlüssel. Bei diesem symbolischen Akt waren auch Tino Planzer, Materialwart beim SAC Gotthard, und SACRettungschef Rolf Gisler zugegen.

Der Schlüssel ist für ein von der Rega neu gebautes Materialdepot bestimmt. «Dieses vermieten wir dem SAC Gotthard als Zeichen für die schon seit vielen Jahren sehr gute Zusammenarbeit zu einem symbolischen Betrag», sagte Bauherrin-Vertreter Surer. Die Bestandteile für das neue Gebäude, das sich nördlich des Hangars befindet und eine Fläche von 30 m2 aufweist, wurden im Elementbau vorfabriziert, dann mit Tiefladern nach Erstfeld transportiert und vor Ort zusammengefügt. Von der Planung bis zur Vollendung nahm das Neubauprojekt rund sechs Monate in Anspruch.
Neues Depot dient auch als Aufenthaltsraum Der SAC Gotthard ist bei der Rega bereits seit 1991 eingemietet. Seither nutzt er dort ein 40 m2 grosses Materialdepot, das allerdings schlecht isoliert ist und nur notdürftig beheizt werden kann. «Der Umfang des Rettungsmaterials nimmt ständig zu. Deshalb war ein Neubau erforderlich. Der SAC Gotthard wird künftig sowohl das alte als auch das weitaus besser isolierte und beheizbare neue Depot im Mietverhältnis nutzen.» Damit könne die Platznot behoben werden, erklärte Surer. Geplant ist eine zweigleisige Nutzung. Dazu sagte Materialwart Planzer : «Im neuen Depot werden wir empfindliches Material, wie beispielsweise Funkgeräte, Akkus und Bohrmaschinen, unterbringen. Ausserdem dient es auch als Aufenthaltsraum.» Im alten Depot wird künftig Einsatzmaterial gelagert, das nicht gegen Kälte und Feuchtigkeit geschützt werden muss.

SAC-Präsident Strauss zeigte sich sehr erfreut, dass jetzt deutlich mehr Platz zur Verfügung steht. Er betonte: «Für uns ist dies ein enormer Gewinn. Einerseits wird jetzt die Pflege und Wartung des Materials erheblich erleichtert und andererseits gibt es nun auch Vorteile bei der Einsatzbereitschaft.» Künftig sei alles schön geordnet und schnell zugänglich.

Der SAC Gotthard lagert in Erstfeld viel Material, das auch überregional zum Einsatz gelangt, wie etwa Gerätschaften zur Gletscherspaltenbergung oder Seilbahnrettung. Deshalb haben die Depots in Erstfeld die Funktion eines Zentrallagers inne.

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Videoclip: Giggerig auf die neue Bahn

Auf der Rigi Scheidegg wurde eine neue Bahn erstellt.
Videoclip auf Quick – Link

«Auch an mir geht das nicht spurlos vorbei»

Urner Wochenblatt, 04.11.2017, von Elisa Hipp

Sie sind da, wenn andere in Not sind. Sie bekommen Situationen mit, die tief gehen. Wie geht man mit so etwas um? Drei Retter erzählen.

«Man muss sich schon bewusst sein: Irgendetwas bleibt immer hängen. Nehmen wir zum Beispiel eine Suchaktion. Es könnte sein, dass man einen Toten findet. Und da musst du dir schon vorher deine Gedanken machen, welche Situation man antreffen könnte, um mit dem besser klarzukommen und nicht komplett überrascht oder traumatisiert zu sein.»
Carlo Danioth ist Rettungschef beim SAC Lucendro (siehe Infokasten) und Fachspezialist Helikopter (RSH). Zwischen 20 und 30 Einsätze verzeichnen die ARS-Rettungsstationen Göschenen und Andermatt jährlich, dieses Jahr bisher 17. Es sind Einsätze im alpinen Gelände. Suchaktionen sind dabei, Sportunfälle, andere Unfälle. Im Glücksfall sind die Opfer unverletzt oder leicht verletzt. Doch oft treffen die Retter auf Schwerverletzte oder gar Tote. Und manchmal kennen sie diese sogar noch. «Einsätze können sehr tragisch und traurig für alle involvierten Personen sein. Im Prinzip ist eigentlich jeder Einsatz einer zu viel», sagt Rolf Gisler, Rettungschef beim SAC Gotthard. «Der Idealfall wäre sicherlich, wenn nie etwas passieren würde. Aber leider können unvorhersehbare Ereignisse jederzeit eintreffen. Dann ist jeder froh, wenn es eine organisierte Rettung gibt und diese auch funktioniert.»
Doch wie geht man als Retter mit solchen Situationen um? «Jeder geht anders damit um, hat ein anderes System », sagt Carlo Danioth. Er selber redet mit Kollegen, solchen, die dabei waren, oder auch mit Arbeitskollegen. Und auch wenn der Andermatter schon jahrzehntelang im Winter bei einer professionellen Rettungsstation arbeitet und häufiger mit solchen Situationen konfrontiert ist: «Auch an mir geht das nicht spurlos vorbei. Da bleibt immer etwas hängen.» Als Teamleiter schaut er, welche Person er wo einsetzt. Nach Einsätzen spricht man sich teils im Team an: «Gahts diär?» Wenn ein Retter möchte, kann er ein Care- Team oder Fachpersonen - von der Rega oder der Kantonspolizei - in Anspruch nehmen.
Carlo Danioth hat ein solches noch nie in Anspruch genommen. Auch Iwan Infanger aus Silenen nicht. Der RSH, im Hauptberuf Bergführer, ist seit 20 Jahren bei der Rettungskolonne. Auch er spricht sich nach Einsätzen aus - mit seiner Frau. «Aber jeder hat sein eigenes Rezept», sagt er. Er macht es so - ein anderer vielleicht ganz anders. «Ich kann da nicht für andere sprechen.» Wichtig ist, findet er, dass man sich zurückzieht und die Einsätze, das Gesehene für sich selber sauber verarbeitet. «Das geht nicht nach System. Und das braucht Zeit.» Und er ergänzt: «Die Herausforderung für mich ist bei diesem Job das Mentale. » Für Iwan Infanger ist deshalb auch klar: Er geht nur auf einen Einsatz, wenn sein Pager geht. Ansonsten grenzt er sich ab - als Schutz. Wichtig ist für ihn auch die Zusammenarbeit im Team. Wenn er als RSH mit der Rega unterwegs ist, ist jeder Retter wichtig, erklärt er: vom Pilot, über den RSH und den Rettungssanitäter bis zum Arzt. «Bei einem Einsatz ist der eine mehr gefordert, beim anderen der andere.»

Ehrenamtlich im Einsatz

Die Retter der SAC-Rettungsstationen sind ehrenamtlich im Einsatz. Jedes Jahr stehen mehrere übungen, Aus- und Weiterbildungen auf dem Programm. Häufig haben die Retter auch beruflich mit den Bergen zu tun, sind Bergführer, arbeiten in Sportgeschäften oder bei Bergbahnen - und sind deshalb bei Einsätzen schnell abrufbar. Iwan Infanger hatte es nicht geplant, Retter zu werden. «Ich bin hineingerutscht, sukzessive dazugekommen. Es war überhaupt nicht so, dass ich das unbedingt wollte», sagt er. Er ging früher schon viel in die Berge, war alpin und auf Skitouren unterwegs und wurde deshalb mit 18 Jahren für die Rettungskolonne angefragt. «Und ich frage mich heute immer noch manchmal: Warum machst du das überhaupt? » Als ganz grosse Gefahr sieht er Retter, die «einsatzgeil» sind. Weil diese die Einsätze häufig nicht richtig verarbeiten und dadurch sich und andere gefährden.
Die Retter sehen viel, auch dieses Jahr gab es einige Einsätze mit Bergung von Toten: Lawinenopfer, Pilzsammler ... «Für die Retter sicher das Härteste sind Einsätze, bei denen Kinder oder Jugendliche gestorben sind», sagt Carlo Danioth. Besonders unglücklich ist, wenn beim Einsatz Retter selbst auch noch zu Schaden kommen. Nicht nur körperlich, auch psychisch. Es besteht die Gefahr, dass ein Retter einmal eine Situation nicht verarbeiten kann und selbst traumatisiert ist.

Glückliche Einsätze
Doch nicht immer enden Einsätze tragisch. Manchmal gibt es auch Erfolgserlebnisse, sagt Rolf Gisler, «Speziell in Erinnerung geblieben ist mir eine grosse Personen-Suchaktion im Gebiet Biel/Kinzig. Innerhalb 24 Stunden konnte eine junge, vermisste Person verletzt, aber ansprechbar in unwegsamem Gelände geborgen und abtransportiert werden.» Auch Carlo Danioth betont: «Am liebsten hat man die Fälle, die glücklich enden.» Die, bei denen die Retter Schlimmeres verhindert haben. Oder die, bei denen eine in Not geratene Person geborgen und gesund heimgebracht werden konnte - und mit ihr auch alle Retter.

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Alpine Retter sind gefragter denn je

Obwaldner Zeitung, 12. September 2017 von Martin Trüssel

Bereits 17 Einsätze hat die Rettungsstation Sarneraatal in diesem Jahr geleistet – weit mehr als in den Jahren zuvor. Am Wochenende wurde das 60-Jahr-Jubiläum gefeiert.

Nicht weniger als 73 aktive Bergretter zählt die als Verein organisierte Rettungsstation Sarneraatal (siehe unten). Sie gehört der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) an, die zum Einsatz kommt, wo bergtechnische Kenntnisse und Hilfsmittel unerlässlich sind. Alle aktiven Mitglieder vertiefen ihre Kenntnisse bei regelmässigen Übungen im Sommer wie im Winter. Damit sind sie für Ernstfälle sieben Tage in der Woche Tag und Nacht bereit.

Für jede Situation gerüstet

Dieses Jahr gab es zudem gleich zwei besonders personalinten­sive Grosseinsätze. Zum einen nach einem Lawinenniedergang im hinteren Melchtal, zum andern kürzlich bei der Suche nach einem vermissten Pilzsammler im Gebiet Schlierental. Bei solchen Ereignissen findet jeweils eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Rettungsorganisationen und Spezialisten sowie der Kantonspolizei statt. Bei einem Alarm müssen sich die Aufgebotenen umgehend auf die Situation einstellen. Sie sind auch für Einsätze im Dunkeln und bei schlechter Witterung ausgerüstet. Damit die Retter möglichst schnell vor Ort sein können, hat die Rettungsstation neben der Kommando- auch sechs Ortsgruppen. Hinzu kommen je nach Ereignis Canyoningspezialisten, Gelände- und Lawinenhundeteams, Seilbahnrettungsgruppen sowie Heli-Spezialisten, die mit der Rega aus der Luft helfen.
Nicht immer können in Not Geratene oder Vermisste unversehrt gerettet werden. Gleichwohl arbeiten die Retter aus Idealismus, schlicht und einfach, um mit ihrer guten Gebirgsrettungsausbildung anderen Menschen in Not zu helfen. «Die grösste Genugtuung ist es», dies unterstrich Rettungschef Martin Küchler an der Jubiläumsfeier, «wenn bei einem Einsatz Menschen lebend gerettet und sofern nötig der medizinischen Versorgung zugeführt werden können.»

60 Jahre im Dienste der Allgemeinheit
Vor zehn Jahren fand in Kerns ein öffentlicher Grossanlass zum 50-Jahr-Jubiläum der Rettungsstation Kerns mit Tausenden Besuchern statt. Die spektakulären Vorführungen sind noch heute bei vielen in bester Erinnerung. Beim 60-Jahr-Jubiläum standen die Retter selbst mit Partnern und Gönnern im Mittelpunkt. Das vereinsinterne OK scheute keinen Aufwand, um im Sportcamp Melchtal den Rettern mit einem Fest für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft zu danken. Dank grosszügigen Gönnern konnten alle auch mit einer neuen Softshell-Jacke ausgerüstet werden. Optimale Bekleidung für Wind und Wetter ist für die harten und oft langen Einsätze unerlässlich. Rettungschef Martin Küchler, Alpnach, strich hervor: «Erfreulicherweise haben wir keine Nachwuchsprobleme in unserer Rettungsstation.» Das sei bekanntlich in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. Ohne Freiwilligenarbeit geht es auch in der Bergrettung nicht.

Eine der grössten Stationen der Schweiz
Die vor 60 Jahren gegründete Rettungsstation Kerns wurde 1982 in einen eigenständigen Verein überführt. Heute ist sie mit 73 Aktivmitgliedern eine der grössten Rettungsstationen der Alpinen Rettung Schweiz. Alle ehrenamtlich engagierten Retterinnen und Retter sind verpflichtet, an einer definierten Anzahl übungen teilzunehmen. Die heutige Rettungsstation Sarneraatal ist eine von schweizweit rund 100 Bergrettungsstationen. Mit dem Kanton Obwalden besteht eine Leistungsvereinbarung.
Dass dies nötig ist, zeigte sich dieses Jahr eindrücklich. Allein bis Anfang September gab es so viele Einsätze wie kaum in früheren Jahren. 849 Stunden waren die ARS-Mitglieder für Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze zwischen Brünig und Pilatus und vom Glaubenberg bis zur Melchsee-Frutt unterwegs – weit mehr als in den letzten zehn Jahren (durchschnittlich 230 Stunden).

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Geglückte Rettung in 65 Metern Höhe

Luzerner Zeitung, 30.8.2017 von map

ENGELBERG ⋅ Die Alpine Rettung Schweiz seilte einen «Patienten» vom höchsten Kran der Zentralschweiz ab.

Plötzlich fühlt sich der Kranführer unwohl. Ein Helikopter, um den Erkrankten aus seiner Kabine in 65 Metern Höhe zu befreien, kann wegen des schlechten Wetters nicht eingesetzt werden. Am Dienstagabend übten acht Männer der Alpinen Rettung Schweiz, Station Engelberg, eine Seilrettung vom zurzeit höchsten Kran der Zentralschweiz, der auf der Baustelle des Hotels Titlis Palace in Engelberg steht. Ein Arzt stieg zuerst zum Patienten hinauf, wo er ihm eine Infusion verabreichte und ihn betreute. Später folgte eine Rettungsmannschaft nach, die den Kranführer auf einer Trage abseilte.

«Die Übung verlief sehr gut und ohne Zwischenfälle, es wurde ruhig und überlegt gearbeitet. Wir konnten den Patienten innert nützlicher Frist retten. Natürlich kann man immer Kleinigkeiten verbessern», zieht Rettungschef Hans Von Rotz Bilanz von der erstmaligen Übung in dieser Art.

Die Alpine Rettung ist normalerweise im Gebirge tätig. Doch die Gelegenheit, am zurzeit höchsten Kran der Zentralschweiz zu üben, habe man sich nicht entgehen lassen wollen, so Hans Von Rotz weiter. Die Übung erachtet er als nötig und realistisch. Schliesslich arbeiteten die Kranführer auch heutzutage noch oben in der Kabine, sobald ein Bau so hoch sei, dass sie ihn vom Boden aus nicht mehr überblicken könnten.

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Filmbeitrag Tele 1
In der Zentralschweiz steht in fast jeder Gemeinde ein Baukran. Doch was passiert, wenn der Kranführer ein medizinisches Problem hat und eine Bergung mittels einem Rettungshelikopter nicht möglich ist? Genau dieses Szenario hat die Alpine Rettung Schweiz in Engelberg geübt.

Handy lotst Retter zum Verunglückten

Nidwaldner Zeitung & Luzerner Zeitung, 13.6.2017 von Matthias Piazza

Die geglückte Rettung eines Berggängers am vergangenen Wochenende war nicht zuletzt auf die erfolgreiche Handyortung zurückzuführen. Eine Garantie dafür sind Mobiltelefone allerdings nicht.

Glück im Unglück für einen der 59-jährigen Berggänger, der am vergangenen Samstagabend im steilen Gelände in den Sachsler Bergen 80 Meter in die Tiefe stürzte und sich dabei schwere Verletzungen zuzog (siehe Ausgabe von gestern). Er wurde am Sonntag um etwa 1.30 Uhr gefunden und befindet sich noch immer in Spitalpflege.
Zu seiner geglückten Rettung trug auch die Handyortung bei. Ausgerüstet mit einem sogenannten Imsi-Catcher ortete man mit dem Rega-Heli den Standort des Verunglückten beziehungsweise seines Handys. Diese fliegenden Handyzellen werden abwechselnd von der Kantonspolizei Zürich und dem Fedpol (Bundesamt für Polizei) betrieben. Die Hightech-Geräte werden bei Bedarf - so auch am Wochenende - im Rega-Helikopter mitgeführt.

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Frischer Wind für den Vorstand

Obwaldner Zeitung, 10.4.2017 von Birgit Scheidegger

Als neuer Präsident der Rettungsstation Sarneraatal wurde einstimmig Manuel von Flüe gewählt.


«Wir hatten ein eher ruhiges Retterjahr», unterstrich Rettungschef Martin Küchler in seinem Jahresbericht. Von den insgesamt 2224 Arbeitsstunden entfielen 280 Mannstunden auf sieben geleistete Rettungseinsätze.
«Vor allem vermisste Wanderer am Pilatus prägten das vergangene Jahr. Einer konnte nur noch tot geborgen werden», sagte Küchler an der Generalversammlung der Rettungsstation Sarneraatal der Alpinen Rettung Schweiz am Freitag. Nach etlichen unfallfreien Jahren wurde 2016 ein Bergretter von einer Zecke gebissen und musste wegen Borreliose behandelt werden.
In einem kurzen Rückblick bezeichnete Küchler die Jahresziele als fast erreicht. Die Einsätze seien immer effizient und mit den richtigen Mitteln abgewickelt worden. Die medizinische Kompetenz sei erweitert, die allgemeine Ausrüstung den Bedürfnissen der modernen Bergrettung angepasst und die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen ausgeweitet worden.
Verbessert werden müssten die Canyoning-Kompetenz und das Rettungskonzept. Um dies zu erreichen investiert die Rettungsstation Sarneraatal rund 85 Prozent ihrer Arbeitszeit in eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung. Nur so ist es möglich, dass das hohe Niveau der Mannschaft gehalten und stetig optimiert werden kann.
Martin Küchler erwähnte in seinem Rückblick als grosse Herausforderung einen Einsatz im vergangenen September, bei dem ein vermisster Wanderer am Pilatus gesucht wurde. «20 Retter haben 201 Mannstunden geleistet, davon 14 Stunden im Nachtdauereinsatz», so der Rettungschef.

Vier neue Mitglieder aufgenommen
Über Nachwuchs muss sich der Verein keine Sorgen machen.
Auch dieses Jahr wurden wiederum vier junge Männer einstimmig als neue Mitglieder aufgenommen. Zwei weitere Kandidaten werden dieses Jahr
Rettungsluft schnuppern und ein Probejahr absolvieren. Aktuell verzeichnet der Verein 72 Aktiv - sowie 133 Passivmitglieder. Aktuarin Nadya Röthlin trat von ihrem Amt zurück. Neu in den Vorstand gewählt wurden Marco Rohrer sowie Andi Aufdermauer. Bestätigt für eine weitere Amtsdauer wurden sowohl Rettungschef Martin Küchler wie auch Mario Jöri und Manuel von Flüe, der neu als Präsident amtet. «Nach sechs Jahren wollte ich das Amt in jüngere Hände übergeben», erklärte Odermatt. «Das gibt frischen Wind im Vorstand.»
Die Jahresrechnung schliesst bei einem Aufwand von rund 31 000 Franken mit einem Defizit von gut 2100 Franken. Als besonderes Datum im Jahresprogramm wies Bruno Odermatt auf den 9. September hin, an dem das 60-Jahr-Jubiläum der Rettungsstation gefeiert wird. Der Antrag, auf dieses Fest hin für die Retter eine neue Jacke anzuschaffen, wurde einstimmig angenommen.

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Der Rettungsdienst der Alpinen Rettung Schweiz (ARS)

Der Kanton Uri hat einen Dienstleistungsvertrag mit der ARS und den SAC-Sektionen Gotthard und Lucendro. Die Bergrettung ist im Alarmierungs- und Aufgebotssystem des Kantons integriert und arbeitet eng mit Kantonspolizei, Sanität, Rega, Feuerwehr und weiteren Blaulichtorganisationen zusammen. Diese können die Bergrettung jederzeit als Unterstützung beiziehen. Der Kanton unterstützt die SAC-Rettungsstationen mit Material und zahlt in die ARS mit ein.
Es gibt sechs ARS-Stationen im Kanton: Für Göschenen und Andermatt ist der SAC Lucendro (Rettungschef: Carlo Danioth) zuständig, für die Stationen Bristen, Erstfeld, Isenthal und Unterschächen der SAC Gotthard (Rettungschef: Rolf Gisler). Für Erstere sind rund 60 Retter gemeldet, etwa 20 davon aktiv, für Letztere sind es zirka 70. Alarmiert werden die Retter via dem Pager, der von der Einsatzzentrale der Rega (1414) aus gesteuert wird. Sie sind aber auch im Mokos-System, dem Alarmierungssystem des Kantons Uri, angegliedert. Die Alpine Rettung kommt bei sehr unterschiedlichen Fällen. Grundsätzlich dann, wenn alpintechnische Fähigkeiten gefragt sind, zum Beispiel bei Einsätzen in unwegsamem Gelände (Bergung von Verletzten oder Toten, Suchaktionen, ...), wo die Ambulanz nicht mehr hinkommt, und auch dann, wenn kein Helikopter fliegen kann. Es gibt unter anderem Hunde-, Canonying- und Medizinspezialisten. Die Entscheidung, ob die Alpine Rettung hinzugezogen wird, liegt bei der jeweiligen alarmierten Blaulichtorganisation respektive der Rega-Einsatzzentrale. «Diese muss im Ernstfall anhand der meist wenigen gegebenen Infos entscheiden, abschätzen und alarmieren, was nicht immer einfach ist», erklärt Rolf Gisler. «Im Idealfall ist Flugwetter, und es kann meistens sehr schnell und direkt Hilfe erfolgen. Verhindern aber Witterungsbedingungen oder andere Umstände eine solche Möglichkeit, sind Alternativen gefragt.»
Entschädigt werden die Einsätze durch die ARS. Während den Einsätzen sind die Retter Angestellte der ARS und unterliegen deren Anstellungsbedingungen. Dazu gehören beispielsweise auch Versicherung, Abrechnung und Schweigepflicht. Die Entschädigung basiert auf Vereinbarungen mit der Medizinal-Tarifkommission des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG). Teilweise kann auch Geld über die Gönnerschaft der Rega kommen. Das Training der Retter ist freiwillig und daher unvergütet. Zum Rettungsdienst kommt man über die zuständigen SAC-Sektionen und deren Rettungschefs und über mehrere Ausbildungskurse der ARS. Wichtig ist die Weiterbildung: Ein aktiver Retter besucht rund sechs bis acht übungen pro Jahr, ein Einsatzleiter bis zu zehn Kurse. Und auch die Vorbildung: Die Retter sind oft hauptberuflich im medizinischen oder alpinen Bereich unterwegs, zum Beispiel als Bergführer, Älpler, Jäger oder Seilbahnmitarbeiter. Derzeit mangelt es dem Kanton Uri vor allem an Hunde- und Medizinspezialisten. Der SAC Gotthard hatte 2015 16 Einsätze mit rund 480 Arbeitsstunden, 2016 19 Einsätze mit 95 Arbeitsstunden, 2017 bisher 17 Einsätze mit 100 Stunden, darunter Suchaktionen und Bergsport-Unfälle. Am häufigsten im Einsatz sind jeweils die RSH. Der Grund: Sie werden grundsätzlich bei Rega-Einsätzen im alpinen Gelände, zusätzlich zu Pilot, Arzt und Sanitäter, hinzugezogen und sind auch sehr oft ausserhalb des Kantons unterwegs.

Archiv – Medienspiegel