Dank an den langjährigen Obmann

Brienz Michael Nydegger, abtretender Chef der Berner Rettungshundeführer, wurde zu Hause mit einem Andenken überrascht.

Thuner Tagblatt/Berner Oberländer, Samstag, 7. November 2020 von Bruno Petroni (Bild und Text)

Das war aber eine Überraschung für Michael Nydegger: Der nach 15 Jahren abtretende Lawinenhundeführer- Obmann der Alpinen Rettung Bern (Arbe) wurde am Donnerstagabend zu Hause von sechs Kameraden «überfallen », angeführt vom dienstältesten Peter Michel – und natürlich unter Einhaltung der angesagten Corona-Distanzregeln. Da verschlug es dem Hundeführer für einmal schier die Sprache – zumal die Hündeler nicht mit leeren Händen ankamen, sondern ihrem seit 20 Jahren aktiven Kameraden ein Andenken in Form eines grossen Zierbretts überreichten. Der 48-Jährige zeigte sich sichtlich gerührt über den Besuch und hielt denn in seinem Garten auch spontan eine kurze Dankesrede.

«Noch ein paar Jahre Zeit»
Nydegger wird künftig weiterhin als Hundeführer und Ausbildner in der Arbe tätig sein. «Die Alterslimite für Hundeführer ist auf 65 Jahre angesetzt. Ich habe also noch ein paar Jahre Zeit, um aktiv zu sein», freut sich Nydegger auf noch viele Diensttage mit seiner 5-jährigen Labradorhündin Zuma. Die Alpine Rettung Bern (Arbe) ist ein Regionalverein der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) und ist in die Regionen Oberhasli, Jungfrau, Adelboden, Simmental und Gstaad eingeteilt. In jeder dieser Regionen leistet rund um die Uhr ein Lawinenhundeführer Pikettdienst. Im Sommer kommt bei den Geländesuchhunden auch noch die Region Thun dazu. Laut Michael Nydegger ersetzt ein einziger Flächensuchhund ohne weiteres bis zu 30 Mann. «Bis ein Führer mit seinem Tier aber so weit ist, investiert er gut und gerne 25’000 Franken in die Ausbildung.» Die Hundeführer müssen technisch und medizinisch stets auf dem neusten Wissensstand sein. Nachfolgerin von Michael Nydegger wird die Frutigerin Karin Schmid. Sie ist künftig Chefin über die zurzeit 15 einsatzfähigen Lawinen- und 9 Geländesuchhundeführer und ihre Tiere der Arbe. «An der Rettungsarbeit interessierte Hundeführer sind stets willkommen, denn wir kämpfen nach wie vor mit Nachwuchssorgen.»